vedanta, yoga, yoga sutra

Baumsein

Veja a tradução em português abaixo.

Dieser Baum (Vrikshasana) ist seit vielen Jahren Teil meiner Geschichte.

Zuerst als Yoga-Praktizierende. Er erschien mir nie als Herausforderung, sondern als Begegnung. Ein Ort, an dem ich mich verankert und gehalten fühle. Nicht ohne Anstrengung, nicht ohne Unbehagen, nicht ohne ein sanftes Schwanken im Wind. Ich kehre immer wieder zu ihm zurück, in Momenten, in denen ich Erdung brauche. In Momenten, in denen ich das Weibliche bearbeiten möchte. In diesen Zeiten ruft er mich unter seine dichte Krone und trägt mich.

Er begleitet mich auch auf meinem Weg als Yogalehrerin. Es ist eine der Gleichgewichtshaltungen, die ich die Yoga-Praktizierenden am häufigsten anbiete. Und ich sehe, wie manche sie am Anfang nicht halten können, wie es ihnen schwerfällt, eine gute Beziehung zu ihr aufzubauen. Doch mit der Zeit, wenn sie sich auf ihre Weise mit ihr verbinden, trägt sie auch sie und schützt sie vor Regen und Sonne.

Heute denke ich an diesen meinen Lieblingsbaum, jenen, dem mein Körper Form gibt. Ich denke an diesen „Körper“, der lernen muss, mit seinen Verlusten im Herbst umzugehen, wenn die Blätter fallen. Der im Winter nackt ist und sich schutzlos fühlen kann. Der im Sommer und im Frühling üppig, vital und blühend ist. Der Baum durchläuft all diese Zyklen, so wie ich. Und anders als ich hinterfragt er nicht, ob er Blätter trägt oder nicht, ob er schutzlos ist oder voller Farbe.

Er ist … einfach.
Seine Aufgabe ist es nur zu sein.

In der Nähe von Weihnachten denke ich an den Baum im Christentum. Ich habe erfahren, dass der Weihnachtsbaum Leben, Hoffnung und Erneuerung symbolisiert. Diese Symbolik stammt aus heidnischen Traditionen der Wintersonnenwende, in denen immergrüne Kiefern den Sieg des Lebens über die Dunkelheit darstellten. Zu den Ornamenten gehören der Stern, die Lichter und die Geschenke. Wenn ich an die östliche Philosophie denke, verstehe ich die Lichter, die ihn schmücken, als Weisheit (sein, einfach sein…). Nicht so oder anders sein müssen. Nicht dagegen sein. Nicht morgen sein — einfach sein. Der Stern ist das, was was in Richtung Weisheit führt — die sowohl Ziel als auch Weg ist. Und die Geschenke … als das, was wir auf der Reise zur Selbsterkenntnis empfangen.

Yoga ist etwas Wunderschönes. Der Körper schenkt sich der Form. Und die Form offenbart ihre Weisheit, ihre Geheimnisse. Einmal sagte ein Tanzlehrer zu seinem Schüler: Täusche dich nicht, du tanzt nicht einfach — du trittst in eine tiefe Verbindung mit dir selbst ein … Und wir können ebenso denken: Täusche dich nicht, du machst nicht nur eine Yogahaltung … Sie ist lediglich die Eingangstür zu einer tiefen Reflexion über deinen Moment, über deine Beziehungen, über die Existenz.

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und ein wunderbares neues Jahr.

*

Ser árvore

Hinterlasse einen Kommentar